Online-Magazin für Physische Unsterblichkeit

Das Kichern des Todes

Es ist eine grausame Erkenntnis, dass das Sterben zum Leben gehört. Versuch über das Altern in Zeiten des fortgeschrittenen Kapitalismus. Weiter zu einem Essay auf Junge Welt-Online vom 16.03.19

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  1. Dieser Text stellt geradezu ein idealtypisches Beispiel für die Historisierung von Krankheit, Altern, Leiden und der Sterblichkeit des Menschen dar, wie sie immer wieder - aber nicht nur - gerade auch von vielen Denkern der politischen Linken vertreten wird, in dem das Leiden an Altern und Tod immer nur bzw. vor allem gesellschaftliche Ursachen habe, während die überhistorisch-allgemeineren Ursachen, also unsere biologisch-anthropologischen Voraussetzungen, in dieser eng geführten gesellschaftskritischen Perspektive immer außen vor bleiben! Wenn der Autor allerdings schon Adorno zitiert, dann wäre vor allem an jenes Zitat des Frankfurter Sozialphilosophen zu erinnern, aus seinem Radiogespräch mit Ernst Bloch von 1964 über die „Möglichkeiten der Utopie heute", worin er die revolutionäre Veränderung von Gesellschaft an die Überwindung des Todes knüpft. Und Bloch ergänzte, daß die Realität des Todes eben gerade keine Geschichte habe! Siehe hier noch einmal meinen Kommentar von Januar 2014, der diese Zusammenhänge etwas weiter ausführt:

    http://www.forever-magazin.de/2014/01/glueck-fuer-alle/#comment-456

    Eine tiefere und genauere Analyse zur fatalen Historisierung des Todes ganz unterschiedlicher Denker in Gegenwart und Geschichte findet sich aber natürlich vor allem auch im Buch des italienischen Psychoanalytikers Luigi De Marchi: Der Urschock - Unsere Psyche, die Kultur und der Tod von 1988, das für die ganze Forever-Magazinarbeit zu einer zentralen Inspirationsquelle wurde.

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