Online-Magazin für Physische Unsterblichkeit

Eine Welt so voll wie noch nie

Was lässt sich aus demografischen Daten über künftige Entwicklungen herauslesen? Weiter zu einer Buchbesprechung auf spektrum.de vom 23.03.19 zum Buch "Die Macht der Demografie". Siehe auch den Artikel an gleicher Stelle vom 18.03.19 Warum die Weltbevölkerung wächst sowie den Artikel Lehrerin schreibt Anti-Kinder-Buch und sorgt für Aufruhr, Berliner Zeitung-Online vom 14.03.19.

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  1. „Bei aller Vielfalt des Daseins – eines haben alle Menschen gemeinsam: Sie altern von der Geburt an bis zu ihrem Tod. So gesehen ist Leben nichts anderes als Altern und umgekehrt."

    Auch wenn 'Glosse' über diesem Text steht, aber auch die ironische Überzeichnung findet ihre Grenzen in den realen Fakten. Noch keine Definition des Lebens hat es bislang fertiggebracht, das Altern und damit den Verfall zum Tod zu einem Wesensbestandteil des Lebens selbst zu machen, wie es schon immanent gedacht äußerst fragwürdig ist, das Altern mit der Geburt beginnen zu lassen. Leben wird nicht selten gerade mit vielfältigen Wachstumsprozessen in Verbindung gebracht, die sich seelisch beim Menschen als Freude, Lust und Glück niederschlagen, so daß mindestens für die Phase von Kindheit und Jugend die Lebensfaktoren das eindeutige Übergewicht über die Todesfaktoren besitzen.

    Und zum Leben gehört natürlich auch die grundlegende Fähigkeit zur Erneuerung, wie sie vor allem im Prozeß der Fortpflanzung, psychologisch im Lusterleben der Sexualität, zum Ausdruck kommt. Daß Leben von Geburt an Veränderung und damit eine Form des 'Todes' miteinschließt, wäre die korrektere Aussage, aber nur, wenn man eben die Gegentendenz der Erneuerung immer gleichberechtigt danebenstellt. Im Alterungsprozess überwiegen dagegen immer die negativen Faktoren, wobei dieses Übergewicht immer nur für den individuellen sterblichen Organismus gilt, nicht für 'das Leben' in seiner abstrakten Allgemeinheit, auf Art- oder Gattungsebene oder gar für die komplette Gesamtheit alles Lebendigen. In seiner Gesamtheit altert das Leben nämlich keineswegs sondern ist und war immer schon unsterblich.

    Die Autorin muß übrigens keine Angst haben: nicht 'der Ehrgeiz der Lebensoptimierung' treibt uns ins Grab, denn das schafft das Altern bislang schon noch ganz alleine - und zwar um so früher, je mehr man sich klischeehaft-sentimental auf seinen Lebensabend freut (worin sich in Wirklichkeit natürlich nur verdrängter Unmut über die Lebensumstände hier und heute verbirgt). So kann man optimistisch stimmende Einsichten der Alternsforschung über die heute schon im kleineren Rahmen existierende Beeinflussbarkeit des Alterungsprozesses schön bemäkeln und ins negative umdeuten; ein kleines Beispiel dafür, wie eben immer der Wunsch - oder der fehlende Wunsch - nach Langlebigkeit die Gesamtentwicklung beschleunigend vorantreibt oder verzögernd blockiert.


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