Online-Magazin für Physische Unsterblichkeit

In Sekunden um ein halbes Jahrhundert altern

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Die Gelenke sind steif, der Blick ist getrübt und man hört schlecht: Morgenpost-Online-Autorin Maren Osterloh hat in einem Spezialanzug getestet, wie es ist, 60 Jahre älter zu sein. Neben körperlichen Einschränkungen erfährt sie dabei auch die Tücken des Alltags. Der Anzug soll helfen, das Leben der Senioren zu erleichtern. Autor: Maren Osterloh ----- Weiter zum Artikel der Berliner Morgenpost-Online vom 12.09.08

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  1. Im Grunde ist ein solcher Anzug nur für jene Zeitgenossen von größerem Nutzen, die an einem Mangel an Phantasie und Einfühlungsvermögen leiden, aber ob ausgerechnet die sich überhaupt mit einem solchen Thema beschäftigen wollen? Jeder war schließlich schon einmal krank und kann sich allein von daher vorstellen, wie es sein muß, keine Kraft mehr zu haben oder völlig hilflos und auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein. Daß die Ballung der Symptome irreführend ist, wird dabei zumindest auch im Artikel gegen Ende erwähnt, da jeder Mensch anders altert und keineswegs jeder sämtliche Alterungssymptome bzw. Altersleiden entwickelt, die es gibt.

    Missverständlicher dürfte dagegen der 'jetzt-auf-gleich-Effekt' sein, den der Anzug auf den jüngeren Menschen ausübt - 'In SEKUNDEN um ein halbes Jahrhundert altern' - während Altern in Wirklichkeit ein sehr langgedehnter und äußerst schleichender Prozeß ist, der es den Betroffenen leider sehr leicht macht, sich Schritt für Schritt daran zu gewöhnen. In diesem Sinne erlaubt er nur partiell eine teils oberflächliche, teils kindisch-sensationell bleibende Einfühlung in die Ist-Situation des alten Menschen, nicht aber in den langen vorangegangenen psychischen Entwicklungsprozeß, wie er sich auch nur auf einige äußerliche Merkmale beschränkt. Die ganzen psycho-sozialen Aspekte des Alterns, die Veränderungen sozialer Zuschreibungen oder der subjektiven Identität ebenso wie die zunehmende Drohung des heranrückenden Todes kann er dagegen nicht vermitteln.


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