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Wenn wir sterben, bleiben wir tot: Richard Rorty ironisiert in »Philosophie als Kulturpolitik« den Hochmut der Vernunft. Autor: Thomas Assheuer ----- Weiter zum Artikel auf ZEIT-Online vom 07.08.08

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  1. „Für Rorty war es so sicher, wie das Amen in der Kirche: Die Zukunft gewinnt man nur, wenn man die Suche nach der Ewigkeit aufgibt."

    Als rückwärtsgewandte Kritik bloß an den Schattenseiten der traditionellen Religion ist das so richtig wie - im 21. Jahrhundert! - überflüssig. Das Wiedererstarken der Religion und sogar ihrer fundamentalistischen Varianten kann man so nicht verstehen, die einfach nur auf das Versagen der moderner Aufklärer angesichts des ungelösten und ausgeblendeten Todesproblems reagieren, etwa in dem Sinne: „Zukunft" haben wir auch ohne Religion nicht, also warum es dann nicht (wieder) mit den traditionellen Ewigkeitsversprechen probieren!??

    Welche „Zukunft" hat denn der moderne und so ambivalente Star der Philosophie selbst gehabt? Trotz seiner profunden Zeitdiagnosen und auch ganz ohne religiöses Weltbild mußte er doch trotzdem sterben!? Es ist genau so wie Luigi De Marchi es in seinem Buch 'Der Urschock' so prägnant beschrieben hat: solcherart aufklärerische Religionskritik ist immer nur die Zurückweisung sekundärer Kompensationen des Urschocks. Am primären Problem des Todes als tieferer Quelle für die beklagten religiösen oder ideologischen Wahnsysteme ändert sich dadurch noch überhaupt nichts. Kein Wunder jedenfalls, daß solche Denker dann gerne auch mal gleich den Tod der ganzen Philosophie ausrufen, doch da verwechseln sie bloß ihr eigenes Schicksal mit dem ihrer Disziplin...


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