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Hundert Jahre sind auch eine Ewigkeit

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Die Lebenserwartung in Deutschland nimmt weiter zu: Sie liegt jetzt für neugeborene Jungen bei durchschnittlich 76,9 Jahren und für Mädchen bei 82,3 Jahren. Wie alt können wir noch werden? Autor: Bas Kast und Hartmut Wewetzer ----- Weiter zum Artikel des Berliner Tagesspiegels vom 23.08.08

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  1. Für einen so profilierten Wissenschaftsautor wie Bas Kast ist das ein äußerst schwacher Text. Als ob man die Perspektiven in der Alternsforschung auf die Alternative zwischen 'Optimismus' und 'Pessimismus' reduzieren könnte, anstatt konkrete Fakten und wissenschaftliche Argumente in ihrer ganzen Komplexität pro und contra abzuwägen. So nehmen beispielsweise Tumorerkrankungen im höheren Lebensalter auch wieder ab oder ist es ziemlich schräg, ein Lebensalter von 85 als besonders 'pessimistisch' einzustufen, wenn heute schon das durchschnittliche Alter von Frauen in Deutschland 82 beträgt. „Im Schnitt" wird die Steigerung der Lebensalter natürlich von allen individuellen wie kollektiven Misständen begrenzt, weil in die Altersdurchschnittsrate auch alle jüngeren Todesfälle miteingehen, aber Lebensalter zwischen achtzig und hundert Jahren sind in unserer Gesellschaft schon lange nicht mehr besonders außergewöhnlich und wer individuell die 90, 95 oder selbst die 100 aktiv anstrebt, muß nicht mehr als besonders optimistisch eingeschätzt werden. (Es sei denn, er träumt nur oberflächlich-sentimental davon, ohne auch aktiv etwas dafür zu tun.)

    Die Frage, ob Ray Kurzweil ein 'Fantast' ist, entscheidet sich auch ganz gewiß nicht anhand seines persönlichen Anti-Aging-Regimes. Er trinkt täglich 10 Tassen Kräutertee und isst keinen Zucker? Na, der muß doch nicht ganz dicht sein! Wenn man Menschen vergangener Jahrhunderte auflisten würde, welche Gewohnheiten heute ganz selbstverständlich zu unserem Alltag gehören, würden die uns wahrscheinlich auch für verrückt halten, aber die Summe aller medizinischen und nicht-medizinischen Fortschritte hat die Lebenserwartung in den letzten 150 Jahren immerhin glatt verdoppelt.

    Und Prof. Olshansky glaubt zwar tatsächlich im Einklang mit neueren Studien an ein Stagnieren oder Absinken der durchschnittlichen Lebenserwartung auf Grund zunehmenden Übergewichts in der (US-)Bevölkerung. Er weist allerdings unter gesundheitspädagogischen Gesichtspunkten darauf hin, wie er auch einer der führenden Vertreter der Initiative zur sogenannten "Langlebigkeitsdividende" ist, ein Projekt, mit dem die Ausgaben für die Alternsforschung in den USA um ein Vielfaches erhöht werden sollen. usw.


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