Online-Magazin für Physische Unsterblichkeit

Altern als Kosmetikproblem?

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TZ: (...) Ein Thema ist die Unsterblichkeit. Würden Sie sich die wünschen?

Lara: Ich glaube, dass wir alle vor den gleichen Dingen Angst haben, der Tod ist für jeden abstrakt. Und auch wenn man manchmal gern die Zeit anhalten würde, so glaube ich nicht, dass Unsterblichkeit erstrebenswert ist – es müsste sich keiner mehr wirklich Mühe geben.

TZ: Sie sind noch ein junger Mensch – wie spüren Sie das Altern?

(Aus einem kürzlichen Interview mit Schauspielerin Alexandra Maria Lara auf tz-online anlässlich der Premiere ihres Films ‘Jugend ohne Jugend’ von Francis Ford Coppola, nach der Erzählung von Mircea Eliade. Weiter hier im Kommentarbereich.)

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  1. Lara: Ich werde bald 30. Was ich merke ist, dass ich mir andere Gedanken mache als vor fünf Jahren zum Beispiel. Und dass dieses Altern sehr beruhigend für mich ist: Ich werde gelassener und ich kann auf Erfahrungen zurückgreifen, die mir helfen.

    Aber irgendwann werden sich auch Falten im Gesicht bemerkbar machen...

    Lara: Ja, so muss es auch sein. Das ist der naturgegebene ­Alterungsprozess. Dieser ganze Schönheits- und Jugendwahn und die Angst der Menschheit, sich dem Älterwerden zu stellen – genau das ist ja Thema des Films. Ich möchte gerne altern wie die Natur das vorgibt, ich würde nichts dagegen unternehmen, zum Beispiel zu einem Schönheitschirurgen gehen. (...)

    Klar, 30-jährig, das blühende Leben, attraktiv, umschwärmt und erfolgreich usw., also mit voller Pseudounsterblichkeit aufgeladen, begreift sie den biologischen Alterungsprozess anscheinend vor allem als rein kosmetisches Problem, während sie wie selbstverständlich die positven Seiten des Älterwerdens in Anspruch nimmt, ohne die Widersprüche zwischen diesen beiden Kernaspekten überhaupt auch nur wahrzunehmen. Das unermessliche Leiden von Abermillionen, das mit dem körperlichen Verfall einhergeht, wird einfach ignoriert, die ganze existentielle Betroffenheit verkleinert. Und die Annahme, daß sich keiner mehr Mühe geben müsste, wenn er unsterblich sei, ist auch eine so typische wie weitverbreitete Fehlannahme, die zu dieser unbewußten Grundhaltung passt.

    Eliade selbst, auf dessen Werk der aktuelle Film beruht, war auf jeden Fall ein traditioneller Immortalist, der mystisch-reinkarnistischen Grundpositionen zuneigte, was dem Tod immer ein völlig anderes Gepräge gibt, als wenn man von atheistisch-rationalistischen Überzeugungen ausgeht. Mit der Idee der körperlichen Unsterblichkeit hat er aber zumindest literarisch öfters gespielt, wie es sowieso schwerfallen dürfte, bei ihm eine einheitliche Position in den letzten Dingen auszumachen. Dies wäre einmal eine eigene Untersuchung wert, eigentlich mehr die Arbeit für einen Doktoranden der Religionswissenschaft, falls das nicht schon längst geschehen ist...


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